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Die Kirche St. Wolfgang

An der Stelle der heutigen Pfarrkirche stand ehemals eine kleine Kapelle für die Gläubigen. Der Pfarrer von Dorfprozelten, zu dessen Pfarrsprengel Unter- und Oberaltenbuch gehörte, übte hier die Seelsorge aus. Taufen, Trauungen und Beerdigungen (vgl. Leichgasse!) wurden in Dorfprozelten gehalten. Man erzählt sich heute noch, dass es vorkam, dass man nach dem Taufschmaus ohne Kind nach hause gekommen ist. 1770 wurde dann hier endlich eine Kirche in Barock nach dem Muster der Filialkirche in Schmachtenberg gebaut. Dahinter wurde ein Friedhof angelegt. der damalige Pfarrer von Dorfprozelten, Oswald, ließ den Hochaltar für 150 Gulden errichten. Es ist anzunehmen, dass auf dem Altar, wie es in jener Zeit Brauch war, die Apostelfürsten Petrus und Paulus standen. Die Figuren kamen nach Erweiterung der Kirche und der Erstellung eines neuen Hochaltares 1904 mit der Statue des hl. Johannes Nepomuk, die auf den Kirchenspeicher lagen, zur Aufbewahrung nach Wertheim in die Altertums-Sammlung des Herrn Langguth, vorbehaltlich des Eigentumsrechts der Kirche in Altenbuch (siehe Pfarrchronik). Die Gemeinde verkaufte Holz, um die Kosten zu decken. Unteraltenbuch hatte zwei Drittel und Oberaltenbuch ein Drittel aufzubringen; die Frontfuhren leisteten beide Gemeinden gemeinsam. 1824 war die Kirche bereits zu klein, so dass man die Empore erweitern musste. 1811 kam der Taufstein in die Kirche; 1826 wurden der Turm (Dachreiter) und das Dach renoviert. Durch Vermittlung der hiesigen Schwestern wurde durch das Ministerium in München der armen Kirche in Altenbuch ein Ölgemälde "Maria mit dem Jesuskind" als Altarbild geschenkt. Der Kirchenpfleger weigerte sich anfangs jedoch, die 10 DM Fahrtkosten dafür zu bezahlen. 1897 konnte schließlich die Kirche durch Pfarrer Johannes Hochdörfer zu einer Kreuzkirche erweitert werden. Die Leute halfen tatkräftig mit, besonders mit Fronfuhren. Durch monatliche Sammlungen und Gründung eines Kirchenbauvereins mussten die Mittel (17000 DM) aufgebracht werden. Pfarrer Hochdörfer stiftete den neuen Hochaltar: Trinität im Himmel (im Rindfenster die Trinität auf Erden), der Kirchenpatron St. Wolfgang und St. Kilian (2. Kirchenpatron) an den Seiten, die Armenheiligen Franziskus und Dominikus links und rechts vom Tabernakel (die armen Spessartleute sollten von ihnen Zufriedenheit und Liebe zur Armut lernen). Der Kirchenpatron Wolfgang wurde schon bei der Erbauung der ersten Kirche gewählt, wahrscheinlich deswegen, weil der damalige Oberförster Wolfgang Mantel ein großer Wohltäter der Kirche war; so wollte man sich ihm gegenüber erkenntlich zeigen, dass man seinen Namenspatron zum Kirchenpatron auswählte. Bischof Ferdinand von Schlör konsekrierte die Kirche am 27.08.1898. Die Seitenaltäre waren als Notaltäre aufgestellt (Herz-Jesu und Maria). In den beiden Chorfenstern wurden Johannes der Täufer und Johannes der Apostel angebracht zum Gedenken an Pfarrer Johannes Hochdörfer. Der Hochaltar war 1903 von H. Driesler, Würzburg, gefertigt worden. 1901 kam der Kreuzweg in die Kirche. Im Dezember 1922 ist das elektrische Licht eingerichtet worden mit 13 Lampen und einen Kronleuchter (gestiftet von Familie Hirsch für 32000 DM). Die Chronik schreibt: "1928 erhielt der Chor das Seislicht mit 3 Lampen. Sie übergießen den Hochaltar mit wahrem Verklärungsschimmer".

Schon 1904 wurde eine Turmuhr angebracht, die um 1930 wegen Versagens abgenommen wurde. Erst 1962 wurde ein neues Schlagwerk eingebaut. Die  Kirche ist 1926 außen und 1934 innen renoviert worden von Anton Hegmann, Bürgermeister von Unteraltenbuch. Der aus Altenbuch stammende Bürger Louis Schramm, in Amerika reich geworden, stiftete 1600 Mark dazu. 1949 und 1951 wurden von Pfarrer Johann Schulz die Seitenaltäre (Herz-Jesu und Marienaltar) neu aufgestellt (ausgeführt von Otto Lieb, Würzburg, der Altarrahmen von Schreinermeister Hetzer, Würzburg, und vergoldet von Vergoldermeister Spiegel, Würzburg. Unmittelbar nach der Währungsreform hatten die Leute unter manchen Opfern die Summe von 12259 DM aufgebracht. Pfarrer Schulz wollte auch an der Vorderfassade einen Turm anbringen; dies wurde jedoch nicht genehmigt. 1952 wurde die Kirche innen und 1964 außen renoviert. Die Sakristei ist 1959 hergerichtet und von der Schreinerei Leopold Ebert, Schollbrunn, neu ausmöbliert worden. 1958 erhielt die Kirche eine elektrische Heizungsanlage (4287 DM), durch die Firma Stahl, Billigheim, 1964 die Lautsprecheranlage (1690 DM), 1969 einen elektrischen Liedanzeiger.

1956 kam der alte Treppenaufgang weg und wurde neu angelegt. Da die Kirche immer feucht war, wurde 1960 das ganze Fundament um dieselbe ausgegraben und eine Kanalisation angelegt, um das Wasser abzuleiten; der bei Regenwetter bodenlose Platz um die Kirche wurde geteert. 1964 musste der Dachstuhl gegen den Hausbock gespritzt werden. 1965 wurden zwei neue Beichtstühle angeschafft. Zur 200-Jahrfeier (1970) der Pfarrkirche war eine gründliche Innenrenovierung notwendig geworden, die etwa 90000 DM kostete. Das Denkmalamt München half dabei durch Zuschüsse etwas mit. Seitens des Bischöflichen Ordinariates Würzburg (Bauamt, Dombaumeister Schädel) und des Denkmalamtes München (Dr. Ress)  war eine modernere Gestaltung, wie sie von der jüngeren Generation gewünscht war, nicht zulässig. Einige kleinere Veränderungen und die Aufstellung eines Opferaltares im Chorraum wurden vorgenommen. Auch neue Kirchenbänke und ein neuer Boden kamen hinein. Im inneren wurde die Kirche entfeuchtet und der Boden isoliert.

 

Die Glocken

1784 kam die erste Glocke in den Dachreiter mit der Aufschrift: St. Maria et Barbara als Sterbeglocke, 1788/90 zwei andere dazu. Im ersten Weltkrieg wurden zwei davon geholt, die dritte zersprang später. 1926 kamen dann wieder drei neue Glocken, gegossen von der Gießerei Otto, Bremen-Hemelingen, und zwar: erste Glocke Christkönig (5 Ztr.), zweite Glocke Maria (3 Ztr.) und die dritte Glocke dem heiligen Josef geweiht (2 Ztr.). Auch im zweiten Weltkrieg wurden die zwei größeren wieder abgenommen und als Kriegsmaterial verwendet. Ende 1962 kam dann ein neues Geläut, nachdem man vorher eine gebrauchte Glocke gekauft hatte, die schon bald zersprang. Im Zusammenklang mit der vorhandenen Josefsglocke goss dieselbe Firma Otto, aus Bremen, drei neue Glocken mit 3, 5 und 7 Zentnern, dem Hl. Wolfgang, Maria und Christus König geweiht. Es musste zunächst ein eiserner Glockenstuhl aufgestellt werden, um die vier Glocken unterzubringen. Zugleich wurde eine elektrische Läuteanlage und ein automatisches Schlagwerk mit eingebaut. (Kosten 15800 DM).

 

Die Orgel

Die erste Orgel erhielt die Kirche schon 1789. 1878 kam die zweite Orgel, von einem Meister aus Amorbach gebaut. Im ersten Weltkrieg mussten die Pfeifen herausgenommen und zu Kriegsmaterial verarbeitet werden. Nach dem Kriege wurde eine gebrauchte Orgel für 30000 Mark aus Gemeindemitteln aus dem Rheinland beschafft. Pfarrer Ludwig Ankenbrand hat 1924 die jetzige Orgel (Stand 1970) aufstellen lassen, die von der Firma Philipps, Aschaffenburg, gebaut wurde und 5400 Mark kostete. Als Organisten fungierten früher die Lehrer und die Schwestern. Nachdem die Lehrer keinen Organistendienst mehr übernahmen, spielten die Schwestern und einige Mädchen des Dorfes, die der Ortspfarrer anlernte.

 

Der Friedhof

Wie schon erwähnt, ist der Friedhof 1770 hinter der Kirche angelegt, 1828 erweitert und neu eingeweiht worden. Nochmals 1866 musste er um das Doppelte vergrößert werden. In der Mitte wurde ein Steinkreuz aufgestellt. Bei dem Kirchenumbau 1897 musste der Friedhof teilweise abgetragen werden. So wurde er nach rückwärts erweitert und mit einer Mauer umgeben. 1933 erfolgte dann seitens der politischen Gemeinde die Ausdehnung des Kirchhofs nach Osten; eine zwei Meter hohe Mauer wurde angelegt. So kommt es, dass der alte Friedhof Eigentum der katholischen Kirchengemeinde und der neue Teil Eigentum der politischen Gemeinde Altenbuch ist. Hier sei noch zu erwähnen, die Errichtung einer Kriegergedächtniskapelle, die am 09.03.1933 feierlich eingeweiht wurde. Sie wurde vom Kriegerverein Altenbuch gestiftet.

Aus den historischen Aufzeichnungen von Pfarrer Hermann Baum
aus dem Heft zur 200-Jahr-Feier der Pfarrkirche Altenbuch von 1970
digital überarbeitet von Tino Penning