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Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten in und um Altenbuch

Kirche St. Wolfgang

Schöne Barock-Dorfkirche (erbaut 1770) mit Werken aus der Schule Riemenschneiders.

 

Ehemalige Forstamt

Zur Geschichte des Forstamtes Altenbuch von Oberforstmeister a.D. W.Sachs

Das Forstamtsgebäude Altenbuch wurde im Jahre 1760, also bereits zehn Jahre vor der jetzigen Kirche Altenbuchs erbaut. Nach Süden wurde das Gebäude im Jahre 1932 erweitert. Der Erbauer des Forstamtes war wahrscheinlich der Kurfürst von Mainz, der seinerzeit der Landesherr des überwiegenden Teils Spessarts war. Das Gebäude diente als herrschaftliches Forst- und Jagdhaus und wurde von einem der "sechs reitenden Förster" des Spessarts bewohnt, die ihren Sitz in Waldaschaff, Saylauf, Altenbuch, Krausenbach, Wiesthal und Rohrbrunn hatten. Die "sechs reitenden Förster" führten die unmittelbare Aufsicht über das ganze Waldgebiet und waren Vollzugsorgane des "kurmainzer Forstmeisters" des Spessarts, dessen Amtssitz lange zeit u.a. Rotenbuch, später Aschaffenburg war. Als infolge der Mainzer Siedlungstätigkeit die Bevölkerung im Spessart erheblich zunahm, wurden den "reitenden Förstern" zum intensiveren Schutz des herrschaftlichen Waldes so genannte "Revierjäger" beigegeben, von denen ebenfalls einer seinen Sitz in Altenbuch hatte. Wo dieser "Revierjäger" bzw. "Revierförster" in Altenbuch wohnte ist nicht bekannt.
Diese Forstorganisation blieb in ihren wesentlichen Zügen bis zum Übergang des Spessarts an Bayern erhalten. Die war der Zeitraum zwischen 1810 und 1820. In bayerischer Zeit erscheint Altenbuch zunächst als Forstrevier, das zum Forstamt Bischbrunn gehörte. In der Zeit von 1854-1885 war das Revier Altenbuch dem Forstamt Stadtprozelten unterstellt. Als bayerisches Forstamt wird Altenbuch erstmals im Jahre 1885 genannt. Es dürfte durch die Königliche Verordnung vom 19. Februar 1885 als solches errichtet worden sein. Die Vorstände des Forstamtes waren:
Josef Rascher 1885-1889
Eugen Kuhn 1889-1898
Georg Simon 1898-1909
Wilhelm Heyder 1909-1915
Jakob Kitzler 1915-1932
Andreas Zahner 1932-1935
Eduard Rechenhauer 1935-1950
Georg Hochtanner 1950-1957
Friedrich Fischer 1957-1964
Walter Sachs 1964-?
(stand von 1970)
Die wirtschaftliche Bedeutung des Spessarts als Holzlieferant nahm ständig zu. Während im Jahr 1650 der Holzeinschlag der Spessarter Herrschaftswaldungen nur rund 15000 Festmeter betrug, belief er sich im Jahre 1770 auf rund 75000 Festmeter, im Jahre 1850 auf rund 129000 und im Jahre 1952 auf rund 227000 Festmeter. Weltberühmt sind die Spessarteichen, die mit ihrem Alter von 300-500 Jahren hervorragendes Funierholz liefern und im Forst zu Altenbuch noch zahlreich vertreten sind.
Während in der Kurmainzer Zeit die Jagd durch die Kurfürsten und ihrem Gefolge eine hervorragende Rolle spielte, nahm die jagdliche Bedeutung des Spessarts danach gegenüber der wirtschaftlichen Bedeutung ab. Durch die Errichtung des Wildparkes, zu dem große Teile der Forstämter Altenbuch, Bischbrunn und Rohrbrunn gehörten, erlebte die Jagd durch die königlich bayerischen Herrscher eine neue Blüte.

Zusammengestellt von Pfarrer Hermann Baum, 1970.

Ehemalige Schwesternhaus

Die Station der "Armen Schulschwestern von Unserer lieben Frau" in Altenbuch

Das Haus der Armen Schulschwestern in Altenbuch war eng mit der Schule verbunden. Pfarrer Heblung hatte sie hierher gerufen zur Betreuung der Jugend, besonders der weiblichen, um den sittlichen Stand zu heben. Wie die Chronik zu berichten weiß, sind die Schwestern anfangs nicht so freundlich aufgenommen worden; wohl auch aus dem Grunde, weil man sie als Belastung empfunden hat, da das Dorf selbst sehr arm war. Doch sollte dies sich im Laufe der Jahre zum besseren wandeln.
Am 24 November 1858 - so berichtet die Chronik - bei grimmiger Winterkälte fuhren die Oberin M.Vincentia mit zwei Profess-Schwestern: M.Aquilina und M. Vita und eine Ordenskanditatin, dazu ein Mädchen für den Haushalt von Aschaffenburg per Kutsche durch den verschneiten Spessart gen Altenbuch. Abends um 18 Uhr kam das Gefährt nach 9 einhalb stündiger Fahrt und Irrfahrt hier an. Vorerst fehlte es an allem. Nur was man mitgebracht hatte und was ihnen mitleidige Menschen gaben (z.B. Pfarrer Hebling, Lehrersfamilie Kleinfelder von hier und besonders ihr Sohn Philemon - sie liegen mit ihrem jüngsten Sohn, der Priester wurde, in Stadtprozelten begraben -, ferner eine Familie Stahl (Verwandte des Würzburger Bischofs Georg Anton Stahl) in Stadtprozelten und der dortige Landrichter Säbel).
Die 175 Gulden, die das Mutterhaus mitgegeben hatte, waren bald aufgebraucht. Sie waren arme Schwestern und arme Leuten. Manchmal hatten sie nicht einen Kreuzer, um einen Brief zu frankieren oder einen Schoppen Milch zu kaufen. Anfang März kam endlich das erste Lehrgehalt von 26 Gulden. "Doch wir waren niemals unzufrieden und mit neuem Mut und Gottvertrauen ging´s jeden Morgen an´s Tagewerk" (schreibt die Chronistin M. Aquilina). Schon am 29.11.1859 kam die Generaloberin M.Theresia zur Visitation. Sie ließen sich ein Ställchen bauen und hielten sich zwei Ziegen, um Milch zu haben. Die Gemeinde lieferte ihnen 5 Klafter Buchenholz und 200 Wellen. 1864 hatte die Kgl. Regierung die Reparaturen am Haus übernommen, von da an wurde die Baulast des Hauses der Gemeinde übertragen. Das Haus war 1858 von der Regierung mit der hiesigen Gemeinde gebaut und am Lichtmesstag 1859 von Pfarrer Hebling feierlich eingeweiht worden.
1875 starb die erste Schwester M. Alkantara und wurde unter großer Beteiligung der Gemeinde auf den hiesigen Friedhof begraben. 1894-1914 wirkte als Lehrerin Schwester M. Hilarion. 1894 wurde das Haus aufgestockt und der Kindergarten und die Arbeitsschule neu errichtet. Als Handarbeitsschwester war M. Achatia von 1894-1922 hier tätig. Die Kindergartenschwester M. Rogelia (1920-26) liegt ebenfalls auf dem hiesigen Friedhof, desgleichen M. Antera Rüger aus Böttigheim, die 1921-33 hier Lehrschwester an der Volksschule war. Die Aufstockung des Hauses war zunächst an der Finanzierung gescheitert, aber wegen Überfüllung (80 Mädchen) dringend notwendig geworden.
Der Johanneszweigverein Aschaffenburg hatte sie nun in die Hand genommen und durchgeführt (die Regierung gab damals 4000 Mark dazu). Bis 1952 hatte sich der Johanneszweigverein um die Schwesternstation gekümmert durch Zuschüsse für den Unterhalt der Schwestern, für Anschaffungen und Reparaturen. 1952 wurde der Orts-Caritasverein gegründet, der dem Caritasverband angeschlossen war und für den Unterhalt der Schwesternstation durch die monatlichen Beiträge seiner Mitglieder aus der Dorfbevölkerung sorgt. Die Gemeinde Altenbuch unterhält das Gebäude. 1890 war ein hiesiges Mädchen, Ottilie Geis, bei den Schulschwestern eingetreten und erhielt den Namen Schwester M.Opportuna, die in Viereth als Hausschwester tätig war und hier im heimatlichen beigesetzt wurde. Am 24.11.1908 wurde das Goldene Professjubiläum der Schwester M. Aquilina, die nun 50 Jahre hier tätig war, sowie das 50jährige Bestehen der Schwesternstation festlich begangen. 1926 kam Schwester Agnete Lutz als Handarbeitslehrerin hierher, die 30 Jahre lang diesen Posten versah. Sie leitete auch die Handarbeitsschule, die früher von 70-80 Mädchen und Frauen, auch aus den umliegenden Ortschaften, besucht wurde. Durch die Allgemeinen Verhältnisse bedingt, ging diese immer mehr zurück und wurde schließlich 1960 aufgelöst. 1935 kam Schwester M. Leandra als Lehrerin und Oberin nach Altenbuch. 1938 wurde sie durch das Hitlerregime "abgebaut". Sie war nach zweimaliger Unterbrechung nun 20 Jahre hier tätig; allerdings ist sie die letzte Lehrerin des Ordens hier gewesen.
1945 konnte Pfarrer Schulz eine Krankenschwester (Schwester Galberte Bogner) hierher bringen, die fast 25 Jahre lang die Kranken versorgte. Da der Orden sie selbst brauchte und keine Krankenschwestern ausbildet, wurde sie versetzt und die Krankenstation aufgelöst. 1958 wurde das 100jährige Bestehen der Schwesternstation festlich begangen. Da der Raum für den Kindergarten im Schwesternhaus für die 60-70 Kinder viel zu klein war und auch den Verhältnissen der Zeit nicht mehr gerecht wurde, musste ein neuer Kindergarten gebaut werden. Unter manchen Schwierigkeiten und Opfern gelang es schließlich, dass das Werk begonnen und nach nicht ganz zweijähriger Bauzeit vollendet werden konnte (Gesamtkosten über 300000 DM).
Am 28. Mai 1967 wurde der neue Kindergarten von Herrn H.Kümmert, Caritasdirektor aus Würzburg, unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierlich eingeweiht.
Die Schwesternstation in Altenbuch zählte 1970 sechs Schwestern:

1. Schwester M. Agnete Lutz (seit 1926) ehem. Handarbeitsschwester und Sakristanin, Ehrenbürgerin der Gemeinde
2. Schwester M. Leandra Scholl (seit 1935-38, 1946-52 und seit 1959) ehem. Lehrschwester, Schulleiterin und Oberin
3. Schwester M. Theopra Ketterl (seit 1956) ehem. Orgelschwester
4. Schwester M. Pelagia Stierdörfer (seit 1965) Küchenschwester
5. Schwester M. Sophronia Kramer (seit 1965) Handarbeitsschwester
6. Schwester M. Sellaris Plökel (seit 1965) Kindergartenschwester.

Der gute und treue "Hausgeist" im Schwesternheim war Frl. Dora Spörer aus Böttigheim, die schon seit 1926 ununterbrochen in Küche, Haus und Garten waltete;
sie war auch große Wohltäterin der Kirche in Altenbuch.
Es sei auch dankbar gedacht der ehemaligen Oberin und Lehrerin Schwester M. Antonella Brumberger (1952-59), die dann nach Bad Tölz in Ruhestand ging und dort starb.
Zusammengestellt von Pfarrer Hermann Baum, 1970. 

Das Hasenstabkreuz

Bild vom HasenstabkreuzStandort: Im Kropfbachtal in Richtung Kropfbrunn Weil Hasenstab immer wieder seinen Häschern entkommen konnte, wurden ihm von der Spessartbevölkerung rasch Zauberkräfte und magische Fähigkeiten zugeschrieben.

Johann Adam Hasenstab, am 21. September 1716 in Rothenbuch als Enkel des kurfürstlich-mainzischen Jägers Karl Hasenstab geboren, wurde bereits zu Lebzeiten zur Sagengestalt. Man glaubt, Anzeichen dafür zu besitzen, dass er mainzischer Jagdgehilfe war und den Dienst quittieren musste, weil er schon früh sein Einkommen mit Wilddiebereien aufgebessert hat. Hasenstab zog durch den Spessart und das Taubertal und machte seine Neigung zu raschen Ortswechseln damit glaubhaft, daß er sich als Heilkundiger ausgab. Dabei konnte er seine Wildererbeute an Gastwirte, Bauern und sogar an Pfarrer verkaufen. Er wurde zum Erzfeind der Mainzer Jäger. Ob er für die damaligen Spessartmenschen auch so etwas wie ein "Robin Hood" war oder ob ihn die Wilderer- und Räuberromantik späterer Zeiten dazu gemacht hat, müssten wissenschaftliche Analysen erweisen. Als er 1770 wieder einmal gefasst wurde, übergab ihn das Kurfürstentum an die Holländer, die ihn nach Australien verbannten. Zwei Jahre später war Hasenstab wieder im Spessart und trieb sein Unwesen als Berufswilderer munter weiter. Wenn die Luft rein war, wärmte er sich an den Lagerfeuern der Holzmacher und verschwand ebenso schnell wie er aufgetaucht war. Auf der Höhe seines Lebens war der vogelfreie Hasenstab "auf einem Pirschgang hier im Kropfbachtal in einem ehrlichen Zweikampf vom Bischbrunner Revierjäger Johann Sator am 3. Juni 1773 erschossen worden."
In den Sockel ist die Jahreszahl 1773 und in den Querbalken sind die Initialen J A H St gehauen. Der Jäger Sator erhielt, wie im Rechnungsbuch der Kellerei Rothenbuch vermerkt, 15 Gulden "an Schuss- und Fanggeld wegen Erlegung des Wilderers Hasenstab."

 

Wolfsbuche

Der Gedenkstein Wolfsbuche auf der Eichhöhstraße. Dieser Gedenkstein wurde um 1930 an Stelle einer Buche, "Wolfsbuche" genannt, errichtet. Sie erinnert an den letzten Wolf, der hier im Spessart erlegt worden sein soll. 
Während des Dreißigjährigen Krieges hatten sich die Wölfe im Spessart ziemlich stark vermehrt. Zur Plage wurden sie für Menschen und Haustiere. Zudem reduzierten sie den Hochwildbestand. Daher setzten die Mainzer Landesherren ganz gezielt Wolfsjäger ein. Schließlich sollten nach dem Krieg auch wieder die sogenannten Hofjagden stattfinden. Und dazu brauchte man Wild. Den nachgewiesen letzten Wolf im Spessart hat wohl der kurfürstliche Revierjäger Johann Wolfgang Josef Mantel im Altenbrucher Forst geschossen. An das Ereignis erinnert eine Steinpyramide im Wald.